Wean schbüün – Zur Aufführungspraxis des Geigenspiels in der Wiener Musik

 

Drei Institutionen und Veranstalter – Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie (MDW), Wiener Volksliedwerk und Schrammel.Klang.Festival – haben sich der Pflege der Wiener Musik verschrieben und möchten mit einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe auf die Geschichte und die musikwissenschaftlichen Hintergründe dieser heute als so typisch angesehenen Musikrichtung eingehen.

Was macht den „Wiener Ton“ auf der Geige so wienerisch? Wird er überhaupt noch gespielt? „Das kurze Wiener Glissando des 19. Jahrhunderts“ sei heutigen Streichern „unbekannt“ oder „ungewohnt“, schreibt Roland J. L. Neuwirth 2004. Die nicht notierte barocke Trillertechnik kenne man, aber mit der Stilistik der frühen Romantik, in der „unsere Musi“ ihren Höhepunkt gefunden hätte, seien die meisten nicht vertraut.

Das Schrammelquartett mit zwei Geigen, Harmonika und Kontragitarre gewinnt in den letzten Jahren wieder an Bedeutung, diverse Ausbildungsstätten bieten heute Ensembleunterricht für diese nach den legendären Brüdern Johann und Josef Schrammel benannte Besetzung an. Festivals wie das Schrammel.Klang.Festival erfreuen sich großer Beliebtheit und haben diese spezielle Wiener Musik wieder ins Bewusstsein des Publikums gerückt.

Nun soll erstmals der „Wiener Ton“ an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) unterrichtet werden. Ab Frühjahr 2017 führt der Geiger Manfred Kammerhofer unter Mitwirkung weiterer Referenten und Referentinnen am Institut für Volksmusikfor­schung und Ethnomusikologie mit Unterstützung des Wiener Volksliedwerkes und des Schrammel.Klang.Festival in die Grundlagen des wienerischen Geigenspiels ein.

 

Die Matinee am Schrammel.Klang.Festival ist eine Veranstaltung einer ganzen Reihe, die am 23. Jänner 2017 im Bockkeller ihren Anfang nehmen wird. Mit Manfred Kammerhofer, Bernie Mallinger, Roland J. L. Neuwirth, Rudi Pietsch, Walther Soyka, Zeno Stanek, Ernst Weber u.a.

 

Sa., Matinee (Herrenseetheater)