Antonio Fian und Kollegium Kalksburg

 

© Nikolaus Korab          © Karl Satzinger

 

Antonio Fian ist so etwas wie der Deix der österreichischen Literatur. Seine Prosa bemächtigt sich in realistischer Manier der ganz konkreten Ereignisse, um sie unversehens zu Versatzstücken seiner literarisch-satirischen Absichten zu machen. Er spielt gerne mit der Sensationsgier seiner potentiellen Leser – wirft ihnen Brocken um Brocken vermeintlicher Tatsachen als Köder hin, um sie schließlich in seinen raffiniert ausgelegten Textschlingen zu fangen und ganz und gar der Fiktion auszusetzen.

 

Sein literarisch-pointiertes Genie trifft im Programm „Schwimmunterricht“ auf das Kollegium Kalksburg – monströse Wiener Gestalten, geboren aus Pathos-Splittern, präalkoholischer Aggression, postalkoholischer Weinerlichkeit und exzessivem Selbstmitleid, wie man sie seit den seligen Tagen eines Helmut Qualtinger nicht mehr vorgeführt bekam.

 

Das Ergebnis ist ein herrlich-boshafter, sangestrunkener Abend mit (Wiener) Liedern. Auch wenn das kompositorische Moment überwiegt – gut verborgen werden dem Publikum doch mit Bedacht auch improvisatorische Komponenten untergejubelt: in Stegreifliedern, in Form von freien Basslinien wie im Instant-Jodler und natürlich im klassischen Instrumentalsolo.

 

Antonio Fian (Vortrag), Heinz Ditsch (Akkordeon, singende Säge, Gesang), Paul Skrepek (Kontragitarre, Perkussion, Gesang), Wolfgang Vincenz Wizlsperger (Gesang, Euphonium, Kamm)

 

Sa., So., Schrammel.Pfad

 

In Zusammenarbeit mit der Musikfabrik NÖ