Agnes Palmisan0, Daniel Fuchsberger, Andreas Teufel – „In Finstan möchte‘ i sein“

 

    

© Karl Satzinger                © Stephan Mussil (www.stephanmussil.at)       © Andreas Teufel

 

Der Brite John Dowland (1563-1626) fasziniert und berührt über vier Jahrhunderte hinweg. Meisterlich bringt er Abgründe und Leidenschaften der menschlichen Psyche in Wort und Ton auf den Punkt. Was er zu erzählen weiss, ist zeitlos: Die Musik öffnet einen Raum, in der Traurigkeit,Kummer, Zorn, aber auch Lust, ärtlichkeit und Freude aus der eignen inneren Tiefe emporsteigen. Sie zu empfinden und benennen zu können, kann heilsam sein. Agnes Palmisano hat das alte Englisch durch ihre eigenen Worte im Wiener Dialekt ersetzt, wodurch die Geschichten unmittelbar direkt werden. Daniel Fuchsberger an der Kontragitarre, Andreas Teufel an der Schrammelharmonika und Aliosha Biz an der Violine verlegen das musikalische Setting vom englischen Königshof der Renaissance in die Wiener Vorstadt. Punktuell weben sich Weana Tanz und Eigenkompositionen in den Ablauf ein. So werden aus den Lautenliedern eines Mannes der englischen Renaissance die Wienerlieder einer Frau von Heute – es tut gut, diesen Perspektivwechsel zu erleben, und zu erkennen: Zeit, Raum und Geschlecht haben für das grosse Ganze keinerlei
Bedeutung.

 

AGNES PALMISANO, Gesang, Texte
Agnes Palmisano wurde in Wien geboren und absolvierte nach der Matura vorerst die Ausbildung zur Sonderschullehrerin. 1997 bis 2005 studierte sie Gesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. 2002 kam es zu ihrer ersten Begegnung mit dem „Wiener Dudler”, einer im 19. Jahrhundert entstandenen Mischform von Jodler und Koloraturgesang, als dessen führende Interpretin und Expertin sie heute gilt. Ihre intensive künstlerische Auseinandersetzung mit „Wiener Musik” im Grenzbereich zwischen „Kunst” und „Unterhaltung” führte zu zahlreichen – auch international höchst erfolgreichen – Konzert- und CDprojekten. Musiktheaterproduktionen am Wiener Burgtheater, der Wiener Volksoper, der Oper Dortmund, dem MuTh, am DschungelWien und andere.
Bis 2011 leitete Agnes Palmisano den Musikschwerpunkt einer Schule für geistig schwerstbehinderte Kinder in Wien und war Lehrbeauftragte der Musikuniversität Wien für integrative Musikschularbeit. Seit 2018 unterrichtet sie an der Pädagogischen Hochschule Baden, sowie an der Wiener Privatuniversität MUK.

 

ANDREAS TEUFEL, Harmonika
Andreas Teufel ist an der Kunstuniversität Graz ausgebildeter Konzertpianist und derzeit als Korrepetitor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien tätig. Seine wissenschaftliche Neugier brachte ihm nicht nur einen Doktortitel des Maschinenbaus, sondern auch den Kontakt zu Wiener Originalen wie der Schrammelharmonika, der er sich zunächst theoretisch in seiner Diplomarbeit näherte. Schließlich lernte er das Instrument autodidaktisch und spielt heute in mehreren Wiener Formationen, unter anderem dem Agnes-Palmisano-Trio.

 

DANIEL FUCHSBERGER, Kontragitarre
Daniel Fuchsberger enstammt der “Koppler Musikerdynastie” Fuchsberger. Sein Interesse an angewandter Volksmusik führten ihn nach einem Schlagzeug-, Jazzkomposition- und Marimbastudium in Graz unweigerlich zur Kontragitarre. Er ist als Komponist und Musiker vor allem in den Formationen Agnes Palmisano Trio, Spafudla und Crossfiedler präsent. ALIOSHA BIZ, Violine Aliosha Biz wurde 1970 in Moskau geboren. Er studierte Violine an der Moskauer Zentralmusikschule, anschließend am Tschaikovskij Konservatorium.
Seit 1998 lebt er in Wien, wo er sein erstes öffentliches Konzert in der Fußgängerzone gab, von dort aus startete er seine Karriere als Ausnahme-Violinist. Zunächst vermehrt im jüdischen und Klezmer Kontext, etwa mit Timna Brauer, nicht nur auf Konzert, sondern auch auf Musiktheaterbühnen (z.b. Volksoper Wien, Theater an der Wien, Burgtheater, Theater am Kürfürstendamm Berlin, Stadttheater Klagenfurt etc.) und beim Film ( etwa „Heimkehr der Järger“ Regie: Michael Kreihsl, „Paganini – the Devil’s Violinist“ Regie: Bernard Rose oder „Woman in Gold“ Regie: Simon Curtis). Legendär sind seine Zusammenarbeit mit dem Polnischen Akkordeonisten Krzysztof Dobrek und die gemeinsame Band „Dobrek Bistro“ oder der „Russian Gentleman Club“. Er ist auch Teil von Elisabeth Kulmans Liederabend „La femme, C’ est moi“.

 

www.agnes-palmisano.at

 

2. Wochenende

Sa., Nachtkonzert

 

In Zusammenarbeit mit der Musikfabrik Niederösterreich